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Worauf es ankommt

Seht euch die Vögel des Himmels an, sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen. Euer himmlischer Vater ernährt sie.“ (Mt. 6, 26)

Die Vögel des Himmels — wie neidisch blicken wir ihnen derzeit hinterher.

Wie kein anderes Tier stehen sie für Freiheit und Unabhängigkeit, für Sorglosigkeit und Frieden. Und: Sie dürfen singen, Grenzen überwinden, über Länder und Kontinente hinweg. Etwas, was viele von uns seit Monaten vermissen. Oder gerade jetzt in der Urlaubszeit herbeisehnen.

Unsere vergangenen Wochen und Monate waren geprägt von Sorgen um unsere Kinder, um berufliche Sicherheit, um Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Beziehungen und vor allem der Sehnsucht nach Normalität.

Die bevorstehende Urlaubszeit lädt uns dazu ein, zur Ruhe zu kommen und inne zu halten. Wir haben Gelegenheit, auf Gott zu schauen: Das Bibelzitat hilft uns. Wir können so manches von der Natur lernen. Die Schöpfung Gottes macht es uns vor. Er spricht zu uns:

Sorgt euch also nicht um morgen, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.“ (Mt. 6,34)

Sollen wir sorglos durch das Leben gehen, schwerelos, alle Ängste vergessen, nicht an morgen denken und dabei auf Gott vertrauen, der uns trägt, hält und uns mit seiner Schöpfung ernährt? Diese Aufforderung Gottes erscheint uns geradezu gemacht für die kommenden Urlaubstage: Vielleicht sollten wir bewusst einmal nicht nachgrübeln, wie es weitergeht, sondern es einfach einmal geschehen lassen. Die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass vieles nicht mehr planbar ist.

Nimm das Leben an, wie es kommt und suche dir die Momente, die dich tragen, auch über eventuelle Enttäuschungen hinweg. Auch negative Erfahrungen können dich stärken. Ein glückliches Leben bedeutet nicht, dass immer alles nach Plan läuft. Aber mit dem Vertrauen auf Gott, kann es uns gelingen, unsere Perspektive so zu verändern, dass wir Sinnhaftigkeit erfahren.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns Momente schenkt, in denen wir frei und sorglos sein dürfen. Doch wir müssen bereit sein, dieses Geschenk zu erkennen und zu schätzen. Dass wir diese Momente gerade in der Ferienzeit erkennen, dies wünschen wir uns allen.

Mit einem afrikanischen Lied möchten wir allen erholsame und zufriedene Ferientage wünschen:

 

„Und ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.

Die Nacht ist vergangen und ich freue mich am Licht.

Denn du bist da, Herr, ich weiß, dass du auch heute mit mir bist.

Zeig mir den Weg, mein Gott, durch Jesus Christ.

 

Herr, gib mir Mut, ein Botschafter in dieser Welt zu sein

von deiner Liebe, die mich verändert hat.

Lass diesen Tag, Herr, ein Tag der Hoffnung für die Menschen sein,

lass sie erkennen, was du für sie getan.“

 

Maria Stegmann und Katrin Pfeuffer

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