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Fahre hinaus, wo es tief ist.


Mit diesem Satz beginnt für Simon die größte Veränderung seines Lebens. Es hätte
aber auch ganz anders laufen können, er hätte als erfahrener Fischer einfach
abwinken können. „Erkläre Du mir doch nicht meinen Job, ich bin schon so lange als
Fischer unterwegs“. Dann wäre nichts passiert, keine Geschichte wie wir Sie heute
kennen und voller Staunen in der Bibel lesen. Kein neuer Name, keine aufregenden
Tage in Jerusalem, kein 3-maliges verleugnen und kein Gründen der christlichen
Gemeinde in Rom.
Fahre hinaus, wo es tief ist. Was Simon da auf dem See erlebt, macht ihn aber im
ersten Moment nicht glücklich. Das Tiefe, die Dunkelheit, der Kontrollverlust, die
lösen auch bei Simon eine nur zu menschlichste Reaktion aus. Und Lukas fasst es in
der Bibel in klare Worte: „Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm
waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus
und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten.“
Und Jesus sprach zu Simon: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen
fangen.“ Hab keine Angst vor Tiefe, vor den Abgründen im Leben. Keine Angst vor
dem Dunklen und Unbekannten!
Manchmal sitzen wir in unseren eigenen Überlegungen und es wirkt als sei keiner da,
der uns sagt „Fürchte dich nicht! Ich weiß den Weg für dich!“ Wir fühlen uns alleine
mit uns und dem Dunkeln in unserem Leben, für das wir doch schon so viele Opfer
gebracht haben. Simon hat Glück. Jesus stellt sich ihm in den Weg und spricht ihn
direkt an.
Im Dunkeln der Nacht denkt man an alles Mögliche. Nur daran nicht. Fürchte dich
nicht! das braucht heutzutage oft ein wenig mehr Zeit als damals. Fürchte dich nicht!
Das ist Gottes oft überhörte Stimme, wenn Menschen in ihren finstersten Tiefen
unterwegs sind und endlich wieder oben schwimmen wollen. Gerade jetzt, mit allem
Weltpolitischem Geschehen aber auch mit dem Wechsel der Jahreszeit ein wichtiger
Impuls für mein Leben. Fürchte dich nicht! Denn Gott kennt die Tiefen deines
Lebens.

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