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Ich bin so, und du bist anders. Und trotzdem gehören wir zusammen. PFINGSTEN gibt uns den Mut, ganz verschieden Gottes guten Geist zu entdecken und ihn anderen zu schenken.

 

Liebe Gläubige,

An Weihnachten beschenkten wir uns gegenseitig und feierten in der Familie. An Ostern kommen wir gewöhnlich zusammen, um in der Familie gemeinsam gut zu essen und eine kleine Aufmerksamkeit mitzubringen. An Pfingsten? Was ist denn da? Vielleicht sind Sie nun ebenso etwas in Stocken gekommen, weil Pfingsten einfach ganz anders ist. Für mich ist es ein Genießerfest. Viele haben frei und müssen nicht arbeiten, uns drängt es bei schönem Wetter regelrecht raus in die Natur auch wenn es in diesem Jahr durch die Pandemie anders ist als sonst. Wir spinnen Ideen, was wir gemeinsam unternehmen könnten.

So ein Fest lädt uns regelrecht ein, das Zusammensein zu genießen und begeistert auf Entdeckertour zueinander zu gehen. Ich glaube, in jedem Menschen steckt so etwas wie die Sehnsucht nach solchen Momenten. Sie tun gut und lassen uns gerade in der Corona-Zeit spüren: Es ist schön, nicht nur in der Wohnung aufeinander zu sitzen, sondern in jedem Menschen etwas Besonderes wahrzunehmen. Draußen geht das viel besser. Man nennt solche Erfahrungen auch guter Geist und Jeder ist von GOTT her einmalig und kann mich beschenken, wenn ich aufbreche, um mich zum Geschenk für den Anderen zu machen.

Nichts anderes ist auch vor 2000 Jahren an Pfingsten mit den Jüngern geschehen. Plötzlich spürten sie: Wir dürfen einander Mut machen, weil GOTT mit uns geht. Sein Geist steckt in jedem von uns und wir dürfen das einander erzählen, damit wir aneinander Gott wahrnehmen. Vielleicht ist es gar nichts Großartiges: Es reicht schon mal eine Umarmung ohne Worte und schon wird klar: Das ist so etwas Tolles, die Nähe des anderen zu spüren. Oder man winkt einfach mal aus der Ferne jemandem zu, wenn man unterwegs ist.

Probieren Sie es in diesen Tagen einmal aus. Ich bin sicher, Gottes guter Geist ist da, wo wir uns verschenken, wo wir kleine Zeichen der Aufmerksamkeit geben, wo wir uns Mut machen, durch diese Corona-Zeit zu kommen. Und da, wo es uns schwer fällt, dürfen wir sogar im Stillen sagen:

„GOTT, gib mir jetzt den Mut, aufzubrechen. Gib mir die Kraft, über meinen Schatten zu springen, Mach mich fähig, das Einmalige im anderen zu sehen.“ - Spürst Du: Pfingsten ist in Dein Leben gekommen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, wenn Sie aus Ihren vier Wänden auf Entdeckertour gehen. Frohes Pfingstfest.

Pfarrer Gerhard Spöckl

 

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